Archiv für die Kategorie ‘Therapie’

Rote Hand Brief vom 5.6.2009 CellCept®

Montag, 08. Juni 2009

Mycophenolatmofetil (MMF) / CellCept®

Rote Hand Brief vom 5.6.2009

Der Hersteller von CellCept®, die Firma ROCHE hat auf eine seltene Nebenwirkung hingewiesen, die in 41 Fällen aufgefallen ist, bei weltweit etwa 500.000 Anwendungen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, dort wird MMF nämlich in Kombination mit Ciclosporin und Kortison zur Prophylaxe von akuten Abstoßungsreaktionen nach einer Nieren-, Leber- oder Herztransplantation eingesetzt (IN-LABEL-Use).
In 41 Fällen wurde eine pure red cell anemia (PRCA) beobachtet. In 16 Fällen ging diese zurück, und zwar nach Dosisreduktion (4 Fälle) bzw. Absetzen von MMF (12 Fälle). Da auch andere gleichzeitig gegebene Medikamente, wie Alemtuzumab, Tacrolimus, Azathioprin, Co-Trimazol eine PRCA-begünstigende Wirkung gehabt haben könnten, muss in jedem Fall eine sorgfältige, umfassende Überprüfung der Behandlungssituation erfolgen und unter Beachtung des Rote-Hand-Briefes reagiert werden.
Da in Einzelfällen von therapierefraktärer oder schwer verlaufender MG CellCept® in einem OFF-LABEL-Use Leitlinien-gerecht im Einsatz ist, muss der Rote-Hand-Brief auch für diese Anwendung unbedingt beachtet werden.

Was ist eine pure red cell anemia (PRCA)?

Sie ist eine Form der Anämie, die zu einer isolierten Reduktion der Vorläufer der Erythrozyten (roten Blutkörperchen) im Knochenmark führt. Ein Grenzwert von < 5 % Erythroblasten mit adäquater Zellstruktur im Knochenmark und die Menge Retikulozyten von < 10.000/mm3 im Blut werden normalerweise als Kriterien für eine Diagnose herangezogen. Andere Blutbestandteile wie Blutplättchen und weiße Blutzellen sind bei einer PRCA nicht betroffen.

Wie muss ein MG-Patient unter CellCept® reagieren?

In jedem Fall ist ein Besuch beim Hausarzt und Neurologen notwendig.
Die Herstellerfirma ROCHE hat entsprechend den Vorgaben der EMEA (Europäische Zulassungsbehörde in London) einen Rote Hand Brief an alle Ärzte versandt, der alle erforderlichen Informationen enthält, nach denen die Betroffenen ausdrücklich fragen sollten.
Besondere Bedeutung könnte diese Beobachtung für MG-Patienten haben, die ein Thymom haben oder hatten; denn es ist lange bekannt, dass eine PRCA sowohl bei Thymomen mit oder ohne MG vorkommen kann, aber auch lange, u.U. Jahre nach einer Thymomentfernung auftreten kann als sog. Postthymomektomie-Syndrom, dabei könnten zusätzliche Antikörper gegen Knochenmarkszellen eine wichtige Rolle spielen.
Das Nebenwirkungsprofil bei der Behandlung von transplantierten Patienten hat meist ein anderes Spektrum als bei Patienten, die wegen einer Autoimmunerkrankung behandelt werden. Die Transplantierten erhalten meist mehrere Immunsuppressiva und auch in höheren Dosen als z.B. MG-Patienten, die ja meist eine Monotherapie oder eine Kombinationsbehandlung mit niedrigen Dosen von Kortison erhalten. Dennoch sind ähnliche Nebenwirkungen, vielleicht in nur geringer Ausprägung zu bedenken.
Ob MG-Patienten, die vor der Therapie mit CellCept® eine Behandlung mit Azathioprin erhielten, ein besonderes Risiko für eine PRCA haben, ist nicht eindeutig zu sagen, eine Blutbilduntersuchung bzw. Überwachung ist aber sicher besser.

Prof.Dr.R.W.C.Janzen

Offenheit am Arbeitsplatz?

Dienstag, 24. März 2009

Flexibel, jung, belastbar und leistungsbereit. Nicht nur in ausgewählten Stellenausschreibungen werden die Eigenschaften von den Bewerbern gefordert. In vielen Berufen sind die Arbeitnehmer dem Druck ausgesetzt, diesem Anforderungsprofil zu entsprechen.

Aus Angst vor Nachteilen vertuschen chronisch Kranke oft ihren Gesundheitszustand und verheimlichen vor dem Arbeitgeber und den anderen Mitarbeitern ihre Erkrankung. Sie wollen so belastbar wie die Kollegen erscheinen, um nicht von interessanten Aufgaben ausgeschlossen und gemobbt zu werden oder gar den Job zu verlieren.

Viele nehmen zusätzliche Medikamente und schleppen sich auch an ihren schlechten Tagen zur Arbeit, nur, um nicht durch hohe Fehlzeiten negativ aufzufallen.

Dabei bringt das niemanden etwas: Egal, ob die Beschwerden akut oder chronisch sind, die Leistungsfähigkeit ist gering und gerade bei chronisch Kranken kommt es schnell zu längeren Ausfällen, wenn sie ihr akutes Leiden ignorieren.

Gibt es infolge einer chronischen Erkrankung häufige Fehlzeiten, kann dies eine Kündigung rechtfertigen. Dazu der Berliner Arbeitsrechtler Wolfgang Betz: „Die Fehlzeiten müssen aber einen erheblichen Umfang haben. So müssten bei einem längeren Arbeitsverhältnis die häufigen Fehlzeiten über Jahre auftreten und auf jeden Fall sechs Wochen im Jahr übersteigen.“

Betroffenen Arbeitnehmern rät er, eine Anerkennung als Schwerbehinderte anzustreben, da sie so einen besseren Kündigungsschutz und fünf zusätzliche Urlaubstage hätten.

Bis dahin müsse man die Karten nicht offen auf den Tisch legen. Eine Mitteilungspflicht gegenüber dem Arbeitgeber besteht nur, wenn man wegen der Schwere der Erkrankung nicht dauerhaft die Leistung erbringen kann oder wenn die Krankheit andere Kollegen oder den Betriebsablauf konkret gefährdet.

Medikamenten-Cocktail: Beratung kann Nebenwirkungen reduzieren

Donnerstag, 05. März 2009

Gerade ältere Menschen und chronisch Kranke müssen aufgrund ihrer Erkrankungen oft verschiedene Medikamente einnehmen. Diese werden ihnen in vielen Fällen von unterschiedlichen Fachärzten, ohne dass eine Absprache untereinander erfolgt, verschrieben.

Die Patienten nehmen dann täglich einen Medikamenten-Cocktail zu sich, ohne zu wissen, welche Folgen das Aufeinandertreffen der Wirkstoffe hat. Die Folgen reichen von Übelkeit, Kreislaufproblemen, Magenbeschwerden bis hin zu Herzrhythmusstörungen.

Um diese möglichen negativen Nebenwirkungen zu reduzieren, sollte jeder Patient eine Liste mit seinen aktuellen Medikamenten führen. Diese Auflistung sollte er den Ärzten vorlegen. Fachkundige Beratung kann er auch von seinem Apotheker verlangen.

Erste Stammtisch-Termine 2009 online

Freitag, 16. Januar 2009

In vielen Regionalgruppen der Deutschen Myasthenie Gesellschaft treffen sich die Mitglieder regelmäßig zu einem Erfahrungsaustausch. Oft werden auch Ärzte zu den Stammtischen eingeladen, um über neue Erkenntnisse in der Diagnose und Therapie zu informieren.
Diese Treffen sind nicht nur Mitglieder, sondern offen für alle Betroffenen und ihre Angehörigen. Nähere Infos zu den Veranstaltungen geben die Regionalgruppenleiter.
http://www.dmg-online.de/regionalgruppen.php

Langzeitbehandlung der therapierefraktären Myasthenia gravis mittels Immunadsorption.

Samstag, 22. November 2008

Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133:2377 – 2382

Autoren: S.Wagner, R.W.C.Janzen, C.Mohs, S.Pohlmann, R.Klingel, P.W.Grützmacher

Kommentar:
Nach Ausschöpfung einer Leitlinien-gerechten Therapie wurde bei 14 MG-Patienten (retrospektive Kohortenstudie bundesweit) nach einer durchschnittlichen Krankheitsdauer von etwa 7 Jahren wegen häufiger krisenhafter Verschlechterungen eine ambulante intermittierende Langzeit-Immunadsorption (durchschnittliche Behandlungsdauer etwa 6 Jahre) genauer analysiert. Die Prävalenz dieser 14 Fälle rechnet mit 0.12 – 0.29 % der MG-Fälle in der BRD. Die bislang trotz immunsuppressiver Phramkotherapie auftretenden, myasthenen Krisen wurden durch die ADD-ON-Immunadsorption um etwa 90 % und die Krankenhausaufenthalte um etwa 50 % gemindert. Wesentliche Komplikationen konnten durch eine Durchführung in versierten nephrologischen Zentren vermieden werden. Die ambulante IAD-Behandlung gilt derzeit als OFF-LABEL-Behandlung und ist mit einem negativen Votum des GBA belegt. Für besonders schwierige Einzelfallentscheidungen können diese Ergebnisse derzeit eine Entscheidungshilfe bei einer geplanten Therapie-Eskalation sein bzw. für eine Vorabbeantragung der Kostenübernahme bei der betreuenden Krankenkasse.

(R.W.C.Janzen)

Ketek® Kontraindikation für Patienten mit Myasthenia gravis

Dienstag, 20. Februar 2007

FDA schränkt Indikation von Ketek® ein

Dienstag, 13. Februar 2007

Washington – Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat die Einsatzgebiete für das Antibiotikum Ketek® (Wirkstoff: Telithromycin) deutlich eingeschränkt. Zwei von drei Indikationen wurden gestrichen. Grund sind seltene, aber schwere Leberkomplikationen. Außerdem hebt jetzt ein umrahmter Warnhinweis (boxed warning) eine Kontraindikation für Patienten mit Myasthenia gravis hervor.
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Imurek oder Cellcept?

Montag, 20. November 2006

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