Archiv für die Kategorie ‘Lambert-Eaton-Syndrom’

EU-Zulassung für Amifampridin bei LEMS

Freitag, 12. März 2010

Eine Arzneimittelmeldung der Deutschen Internet Apotheke:

EU-Zulassung für Amifampridin bei LEMS

Die Europäische Kommission hat Anfang Januar 2010 Amifampridin (BioMarin Pharmaceutical) zur Behandlung von Patienten mit dem Lambert Eaton Myasthenischen Syndrom (LEMS) zugelassen. Beim LEMS handelt es sich um eine seltene Autoimmunerkrankung der neuromuskulären Endplatte, deren Hauptsymptom eine ausgeprägte Muskelschwäche ist. LEMS gehört in die Gruppe der Paraneoplastischen Syndrome (PNS). PNS sind neurologische Erkrankungen, die mit – für das jeweilige Syndrom typischen – Tumoren einhergehen. Bei LEMS handelt es sich dabei fast ausschliesslich um das Kleinzellige Bronchialkarzinom (SCLC), welches zuweilen auch gemeinsam mit weiteren malignen Neoplasmen auftritt. In der EU sollen 2000-5000 Patienten von der Erkrankung betroffen sein. Ungefähr 50% dieser Patienten sollen laut Biomarin an einem SCLC leiden. (weiterlesen…)

Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit

Freitag, 12. März 2010

Das vorliegende Dokument ist eine Zusammenfassung des Europäischen Öffentlichen Beurteilungsberichts (EPAR), in dem erläutert wird, wie der Aussschluss für Humanarzneimittel (CHMP) die durchgeführten Studien beurteilt hat, um zu Empfehlungen bezüglich der Anwendung des Arzneimittels zu gelangen. Wenn Sie weitere Informationen über Ihre Krankheit oder deren Behandlung benötigen, lesen Sie bitte die Packungsbeilage (ebenfalls Bestandteil des EPAR), oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Wenn Sie weitere Informationen bezüglich der Grundlage der Empfehlungen des CHMP wünschen, lesen Sie bitte die wissenschaftliche Diskussion (ebenfalls Teil des EPAR). (weiterlesen…)

Rote Hand Brief vom 5.6.2009 CellCept®

Montag, 08. Juni 2009

Mycophenolatmofetil (MMF) / CellCept®

Rote Hand Brief vom 5.6.2009

Der Hersteller von CellCept®, die Firma ROCHE hat auf eine seltene Nebenwirkung hingewiesen, die in 41 Fällen aufgefallen ist, bei weltweit etwa 500.000 Anwendungen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, dort wird MMF nämlich in Kombination mit Ciclosporin und Kortison zur Prophylaxe von akuten Abstoßungsreaktionen nach einer Nieren-, Leber- oder Herztransplantation eingesetzt (IN-LABEL-Use).
In 41 Fällen wurde eine pure red cell anemia (PRCA) beobachtet. In 16 Fällen ging diese zurück, und zwar nach Dosisreduktion (4 Fälle) bzw. Absetzen von MMF (12 Fälle). Da auch andere gleichzeitig gegebene Medikamente, wie Alemtuzumab, Tacrolimus, Azathioprin, Co-Trimazol eine PRCA-begünstigende Wirkung gehabt haben könnten, muss in jedem Fall eine sorgfältige, umfassende Überprüfung der Behandlungssituation erfolgen und unter Beachtung des Rote-Hand-Briefes reagiert werden.
Da in Einzelfällen von therapierefraktärer oder schwer verlaufender MG CellCept® in einem OFF-LABEL-Use Leitlinien-gerecht im Einsatz ist, muss der Rote-Hand-Brief auch für diese Anwendung unbedingt beachtet werden.

Was ist eine pure red cell anemia (PRCA)?

Sie ist eine Form der Anämie, die zu einer isolierten Reduktion der Vorläufer der Erythrozyten (roten Blutkörperchen) im Knochenmark führt. Ein Grenzwert von < 5 % Erythroblasten mit adäquater Zellstruktur im Knochenmark und die Menge Retikulozyten von < 10.000/mm3 im Blut werden normalerweise als Kriterien für eine Diagnose herangezogen. Andere Blutbestandteile wie Blutplättchen und weiße Blutzellen sind bei einer PRCA nicht betroffen.

Wie muss ein MG-Patient unter CellCept® reagieren?

In jedem Fall ist ein Besuch beim Hausarzt und Neurologen notwendig.
Die Herstellerfirma ROCHE hat entsprechend den Vorgaben der EMEA (Europäische Zulassungsbehörde in London) einen Rote Hand Brief an alle Ärzte versandt, der alle erforderlichen Informationen enthält, nach denen die Betroffenen ausdrücklich fragen sollten.
Besondere Bedeutung könnte diese Beobachtung für MG-Patienten haben, die ein Thymom haben oder hatten; denn es ist lange bekannt, dass eine PRCA sowohl bei Thymomen mit oder ohne MG vorkommen kann, aber auch lange, u.U. Jahre nach einer Thymomentfernung auftreten kann als sog. Postthymomektomie-Syndrom, dabei könnten zusätzliche Antikörper gegen Knochenmarkszellen eine wichtige Rolle spielen.
Das Nebenwirkungsprofil bei der Behandlung von transplantierten Patienten hat meist ein anderes Spektrum als bei Patienten, die wegen einer Autoimmunerkrankung behandelt werden. Die Transplantierten erhalten meist mehrere Immunsuppressiva und auch in höheren Dosen als z.B. MG-Patienten, die ja meist eine Monotherapie oder eine Kombinationsbehandlung mit niedrigen Dosen von Kortison erhalten. Dennoch sind ähnliche Nebenwirkungen, vielleicht in nur geringer Ausprägung zu bedenken.
Ob MG-Patienten, die vor der Therapie mit CellCept® eine Behandlung mit Azathioprin erhielten, ein besonderes Risiko für eine PRCA haben, ist nicht eindeutig zu sagen, eine Blutbilduntersuchung bzw. Überwachung ist aber sicher besser.

Prof.Dr.R.W.C.Janzen

3. Lambert-Eaton-Treffen in Berlin!

Samstag, 25. April 2009

Austausch und Information stehen im Mittelpunkt des Treffens vom 5. bis 7. Juni 2009 im Hotel Christophorus, Schönwalder Allee 26/3, 13587 Berlin.

Hans Rohn, Erster Vorsitzender der Deutschen Myasthenie Gesellschaft, und Prof. Dr. J.-P. Sieb (Hanse-Klinikum Stralsund) werden als Referenten aktuelle Informationen rund um das Lambert-Eaton-Syndrom liefern. In kurzen Fachvorträgen geben sie Einblick in neue Erkenntnisse der Diagnostik, Therapie und Reha, stellen die LEMS-Leitlinien und die Qualifizierungskriterien für zukünftige MG-Zentren vor und thematisieren verschiedene Rechtsfragen.

Nach den Vorträgen ist ausreichend Zeit für eine Diskussion und für Fragen an die Referenten.

Auch für das Kennenlernen und das gemeinsame Gespräch der Teilnehmer lässt die Zeitplanung des Treffens großen Raum. Höhepunkt des „Freizeitprogramms“ ist eine Stadtrundfahrt durch Berlin.

Weitere Informationen und Anmeldung zu der LEMS-Tagung, zu der die DMG herzlich einlädt, bei der Geschäftsstelle, Tel: 0421-592060, Telefax: 0421-508226, Mail:  info@dmg-online.de

Medikamenten-Cocktail: Beratung kann Nebenwirkungen reduzieren

Donnerstag, 05. März 2009

Gerade ältere Menschen und chronisch Kranke müssen aufgrund ihrer Erkrankungen oft verschiedene Medikamente einnehmen. Diese werden ihnen in vielen Fällen von unterschiedlichen Fachärzten, ohne dass eine Absprache untereinander erfolgt, verschrieben.

Die Patienten nehmen dann täglich einen Medikamenten-Cocktail zu sich, ohne zu wissen, welche Folgen das Aufeinandertreffen der Wirkstoffe hat. Die Folgen reichen von Übelkeit, Kreislaufproblemen, Magenbeschwerden bis hin zu Herzrhythmusstörungen.

Um diese möglichen negativen Nebenwirkungen zu reduzieren, sollte jeder Patient eine Liste mit seinen aktuellen Medikamenten führen. Diese Auflistung sollte er den Ärzten vorlegen. Fachkundige Beratung kann er auch von seinem Apotheker verlangen.

Finger weg von Moxifloxacin

Dienstag, 20. Januar 2009

Seit 1999 ist das Antibiotikum Moxifloxacin (Avalox) in Deutschland auf dem Markt. Es gilt als ein schnell wirksames, hoch effizientes Antibiotikum und wird aufgrund seines breiten Wirkspektrums oft verschrieben.

Jetzt hat die europäische Arzneimittelbehörde die Notbremse gezogen:
Ab Februar darf Moxifloxacin nur noch mit Einschränkungen verordnet werden. Bei Sinusitis und Bronchitis soll es nur noch dann zum Einsatz kommen, wenn andere Antibiotika nicht geeignet sind oder nicht zu einem Therapieerfolg geführt haben.
Moxifloxacin wird als Reservemittel eingestuft.

Zudem wurde der Hersteller Bayer verpflichtet, den Beipackzettel zu überarbeiten. In der Produktinformation muss künftig auf mögliche schwerwiegende Nebenwirkungen, wie
die Verschlimmerung von Symptomen einer Myasthenia gravis und das Risiko von Herzrhythmusstörungen bei Frauen und älteren Patienten hingewiesen werden.

Diese Zulassungseinschränkung wurde von der Europäischen Arzneimittelbehörde veranlasst. Nach Berichten über Leberschäden hatte die Behörde eine Sicherheitsüberprüfung des Wirkstoffs durchgeführt. Die beunruhigenden Ergebnisse führten zu der Indikationseinschränkung des ehemaligen Wundermittels.

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=28885

Erste Stammtisch-Termine 2009 online

Freitag, 16. Januar 2009

In vielen Regionalgruppen der Deutschen Myasthenie Gesellschaft treffen sich die Mitglieder regelmäßig zu einem Erfahrungsaustausch. Oft werden auch Ärzte zu den Stammtischen eingeladen, um über neue Erkenntnisse in der Diagnose und Therapie zu informieren.
Diese Treffen sind nicht nur Mitglieder, sondern offen für alle Betroffenen und ihre Angehörigen. Nähere Infos zu den Veranstaltungen geben die Regionalgruppenleiter.
http://www.dmg-online.de/regionalgruppen.php

Nebenwirkung Tod. Korruption in der Pharmaindustrie. Ein Ex-Manager packt aus

Donnerstag, 08. Januar 2009

Wussten Sie,

  • dass große Pharmakonzerne 35.000 Euro pro Jahr und niedergelassenem Arzt ausgeben, um den Arzt dazu zu bringen, ihre Produkte zu verschreiben?
  • dass anerkannte Wissenschaftler und Ärzte mit teuren Reisen, Geschenken und ganz schlicht mit Geld gezielt bestochen werden, um über Medika¬mente mit schwerwiegenden Nebenwirkungen positiv zu berichten?
  • dass mehr als 75 Prozent der führen¬den Wissenschaftler in der Medizin von der Pharma¬industrie bezahlt werden?
  • dass Medikamente im Handel sind, bei deren Zulassung Bestechung im Spiel war?
  • dass die Pharmaindustrie Krankheiten erfindet und sie in gezielten Marketingkampagnen bewirbt, um den Absatzmarkt für ihre Produkte zu vergrößern?
  • dass es für viele neu zugelassene Me¬dikamente keine Langzeitstudien gibt und niemand weiß, welche Auswirkung eine dauerhafte Einnahme hat?
  • dass die Pharmaindustrie zunehmend Kinder im Visier hat?

Recherchiert und in einem Buch verarbeitet wurden diese Fakten von einem ehemaligen hochrangigen Pharmamanager. Von einem, der für Verschleierung, Betrug, Irreführung der Öffentlichkeit und der Gesundheitsbehörden verantwortlich war. John Virapens klärt mit seiner Lebensgeschichte über Korruption und Verschleierung in der Pharmaindustrie auf. Am Beispiel der Einführung und Vermarktung des Antidepressivums Fluoxetin zeigt er die Strategien.

Virapen, John: Nebenwirkung Tod. Korruption in der Pharma-Industrie. Ein Ex-Manager packt aus
ISBN: 978-3000-2608-4-1
16,90 Euro

Die FR-online-Redaktion stellt das Buch vor.

Langzeitbehandlung der therapierefraktären Myasthenia gravis mittels Immunadsorption.

Samstag, 22. November 2008

Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008; 133:2377 – 2382

Autoren: S.Wagner, R.W.C.Janzen, C.Mohs, S.Pohlmann, R.Klingel, P.W.Grützmacher

Kommentar:
Nach Ausschöpfung einer Leitlinien-gerechten Therapie wurde bei 14 MG-Patienten (retrospektive Kohortenstudie bundesweit) nach einer durchschnittlichen Krankheitsdauer von etwa 7 Jahren wegen häufiger krisenhafter Verschlechterungen eine ambulante intermittierende Langzeit-Immunadsorption (durchschnittliche Behandlungsdauer etwa 6 Jahre) genauer analysiert. Die Prävalenz dieser 14 Fälle rechnet mit 0.12 – 0.29 % der MG-Fälle in der BRD. Die bislang trotz immunsuppressiver Phramkotherapie auftretenden, myasthenen Krisen wurden durch die ADD-ON-Immunadsorption um etwa 90 % und die Krankenhausaufenthalte um etwa 50 % gemindert. Wesentliche Komplikationen konnten durch eine Durchführung in versierten nephrologischen Zentren vermieden werden. Die ambulante IAD-Behandlung gilt derzeit als OFF-LABEL-Behandlung und ist mit einem negativen Votum des GBA belegt. Für besonders schwierige Einzelfallentscheidungen können diese Ergebnisse derzeit eine Entscheidungshilfe bei einer geplanten Therapie-Eskalation sein bzw. für eine Vorabbeantragung der Kostenübernahme bei der betreuenden Krankenkasse.

(R.W.C.Janzen)

Lambert – Eaton – Syndrom

Samstag, 23. Dezember 2006

In dieser Rubrik dreht sich alles um das LEMS.

Hier können Sie Fragen stellen, Antworten geben, oder Betroffenen mit Beiträgen hilfreich zur Seite stehen.