Vorsorgemuffel

Mittlerweile gibt es ein umfassendes Angebot an Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen*. Obwohl diese Termine für die Versicherten kostenlos sind, werden sie von vielen Menschen nicht wahrgenommen.

Nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) verzichtet jeder zehnte Deutsche auf die regelmäßigen Gesundheitschecks, um die Praxisgebühr zu sparen. Von den unter 35-Jährigen lässt sogar jeder Siebte aus finanziellen Gründen die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen ausfallen.

Die Termine werden auch aus anderen Gründen nicht eingehalten: Vier von zehn Befragten finden die Untersuchungen „einfach unangenehm“. Jeder vierte Mann und jede sechste Frau meinten, keine Zeit zu haben, sich um das Thema zu kümmern.

Mit Aufklärungskampagnen, Bonusprogrammen und Verordnungen versuchen Krankenkassen und der Gesetzgeber der Unwissenheit und Unlust entgegenzuwirken. So belohnen einzelne Kassen ihre Mitglieder für die regelmäßige Teilnahme mit Bonusprogrammen. Durch die Gesundheitsreform sind bestimmte Jahrgänge sogar verpflichtet, sich über Krebs-Früherkennungsuntersuchungen beraten zu lassen. Ignorieren sie diese Pflicht, haben sie im Falle einer Krebserkrankung keinen Anspruch auf Zuzahlungs-Ermäßigung.

Auch chronisch kranken Patienten sind Pflichten auferlegt. Sie müssen sich vom Arzt bestätigen lassen, dass sie sich „therapietreu verhalten“ und die Vorsorgetermine einhalten, um von den verminderten Zuzahlungssätzen (max. ein Prozent des jährlichen Haushaltseinkommens) profitieren zu können.

*Die Begriffe “Vorsorge” und “Früherkennung” purzeln im alltäglichen Sprachgebrauch oft durcheinander.

Dabei ist die Unterscheidung einfach: Vorsorge meint Prophylaxe oder Prävention und umfasst im medizinischen Sinn all das, was dazu beiträgt, der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen.

Früherkennungsuntersuchungen sollen schon bestehende Krankheiten möglichst frühzeitig, noch bevor sie Beschwerden oder andere Symptome verursachen, aufdecken. Denn je früher eine Erkrankung therapiert wird, desto größer sind die Heilungschancen.

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