Kritik an der eGK

Ursprünglich sollte die elektronische Gesundheitskarte (eGK) schon 2006 eingeführt werden. Doch der Termin wurde immer wieder verschoben, derzeit befindet sich die „Pannenkarte“ noch in der Testphase.

Im Gegensatz zu der bisherigen Krankenversicherungskarte, einer einfachen Speicher-Chipkarte, eröffnet die eGK mit einer Prozessor-Chipkarte den Zugang zur Telematikinfrastruktur (Telematik=Telekommunikation und Informatik) und schafft damit die technischen Voraussetzungen für einen schnellen Austausch medizinischer Daten.

Dass diese Technologie angesichts der zunehmenden Spezialisierung in der Medizin  gebraucht wird, ist unbestritten. Dennoch steht die elektronische Patientenakte nach wie vor im Fokus der Kritik.

So fordern der Deutsche Ärztetag 2010, Patientenverbände und Datenschutzorganisationen den Gesundheitsminister jetzt erneut auf, das Projekt endgültig einzustellen. In der medizinischen Versorgung fehle das Geld an allen Ecken und Enden, so Peter Friemelt, Patientenvertreter aus München. Die Milliarden für diesen digitalen Transrapid seien besser in der Versorgung von Kranken aufgehoben, statt sie hier sinnlos aus dem Fenster zu werfen.

„Moderne Technik im Gesundheitswesen, ja bitte,“ sagt Kai Uwe Steffens, Datenschutzexperte und Sprecher des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung. „Aber die direkte zielgerichtete elektronische Kommunikation zwischen Ärzten, die gemeinsam einen Patienten behandeln, ist deutlich sinnvoller als ein Krankheitsdatenberg in Zentralservern.“

Auch der  Deutsche Ärztetag hat sich wiederholt gegen die neue Gesundheitskarte in der geplanten Form ausgesprochen. Der Datenaustausch zum Nutzen der Patienten müsse verbessert werden. Insbesondere müsse darauf geachtet werden, dass Daten gezielt versandt werden können, „ohne dass sie in falsche Hände gelangen”. Die elektronische Patientenakten gehörten in die Hand des Hausarztes, des Patienten und gegebenenfalls des behandelnden Arztes in Klinik und Praxis. Nicht aber in die Hände von Kostenträgern oder lagernd auf Zentralservern.

2 Antworten zu “Kritik an der eGK”

  1. Wolf sagt:

    1. Mischt der Artikel immer wieder eGK (elektron. Gesundheitskarte) und elektron. Patientenakte, 2. hat sich der Ärztetag in diesem Jahr erstmalig gegen die eGK ausgesprochen (sehr zum Entsetzen der ärztlichen Fachleute!), 3. protestieren keine Patientenverbände gegen die eGK sondern eine Ansammlung merkwürdiger Vereinigungen, bei denen man nicht genau weiß wer eigentlich dahinter steckt.

    So ein mieser Artikel ist mir lange nicht untergekommen. Das ist bestenfalls ahnungslose Propaganda, kann aber auch Instrumentalisierung von Selbsthilfe durch die Interessen weiter im Dunkeln mauscheln wollender Ärzte sein.

    Handelt es sich hierbei um eine Äußerung der DMG? Weiß der Vorstand davon? Ist das Ausdruck der Vereinspolitik?

  2. Judy sagt:

    Es ist sicherlich sinnvoller und kostengünstiger, wenn Ärzte interdisziplinär arbeiten, indem der Neurologe den Hausarzt einbezieht oder umgekehrt, z.B. per Telefon oder Web, wenn es um einen wichtigen Informationsfluss geht.

    “Sektorendenken” ist übrigens “Out”, daher auch immer mehr interdisziplinäre Behandlungszentren, wo sich Ärzte zusammensetzen und persönlich beraten, so z. B. auch in Myastheniezentren, wo abteilungsübergreifend gearbeitet wird bzw. werden sollte.

    Das Zauberwort heisst “kommunizieren”, umgangssprachlich auch als Reden oder Sprechen bezeichnet. Das tut die Deutsche Myasthenie Gesellschaft hinreichend, und gottseidank, dass sie miteinander spricht, Ärzte inbegriffen … weit entfernt von ICD’s, Fall- und Versicherungsnummern.

    Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.
    (Hermann Hesse)

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