Höhere Krankenkassenbeiträge
Diese Woche wird in der Gesundheitspolitik eine weitere „Reformrunde“ von der Regierungskoalition auf den Weg gebracht. Das dies nicht im Sinne der Patienten ist und sein kann, ist verständlich. Statt „mehr netto vom Brutto“, werden Beitragssteigerungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber und nur wenige Sparmaßnahmen auf Seiten der Pharmaindustrie und der Krankenhäuser durch einen höheren Steuerzuschuss oder andere Leistungskürzungen erfolgen.
„Wer sich Beitragserhöhungen und Einsparungen gleichermaßen verweigert und trotzdem höchste Qualität für alle in Anspruch nehmen will, sollte um Asyl im Schlaraffenland nachsuchen“, so Hans-Peter Friedrich, der CSU-Landesgruppen-Chef gegenüber der Zeitung “Die Welt”.
Es ist wie immer: Die zu schluckende Medizin soll nicht zu bitter schmecken und auch noch mit dem Etikett „sozial gerecht“ verziert sein. Die Beitragszahler werden voraussichtlich nun durch einen höheren Beitragssatz, den Anstieg der Zusatzbeiträge und den steigenden Steuerzuschuss gleich dreifach zur Kasse gebeten werden. Das Pharma-Sparpaket von Gesundheitsminister Rösler bringt zwar Einsparungen von ca. einer Milliarde Euro, aber es bleibt trotzdem dabei, dass hierzulande Präparate doppelt so viel kosten wie im Ausland. Das davon wieder Mal besonders die Patienten mit chronischen Erkrankungen betroffen sind, dürfte kein wirkliches Geheimnis sein.